Es war wahrscheinlich die Sportnachricht des Tages: Das Bremenligaspiel der dritten Mannschaft des SV Werder Bremen gegen den FC Bremerhaven wurde zehn Minuten vor Anpfiff vom Verband abgesagt. Die Begründung: In einem Bremerhavener Wettbüro soll eine höhere Summe auf eine Niederlage des FCB gesetzt worden sein. Da der FCB trotz eingeschränkter Personalauswahl der Favorit dieser Partie war, wurde das Wettbüro anscheinend misstrauisch und hat Anzeige wegen Wettbetrugs gestellt. Die Polizei reagierte umgehend und informierte den Bremer Fußballverband (BFV), der die Partei sodann absetzte. So zumindest stellt sich der Ablauf zur Stunde dar, mehr ist nicht bekannt.
Die Gerüchteküche der Seestadt fing natürlich umgehend zu brodeln an. Sofort sind Erklärungen zur Hand wie “da haben Spieler gegen die eigene Mannschaft gewettet.” Natürlich gibt es dafür derzeit keine Beweise. Na und? Geht doch gar nicht anders. Oder etwa doch?
Gerüchte sind was Tolles. Man muss sie nicht beweisen können; es reicht, wenn man sie in Umlauf bringt. Und selbst, wenn man Unrecht hatte – wen kümmert’s? Der Urheber des Gerüchts ist selten herauszufinden. Und selbst wenn, es war ja nur ein Gerücht. Hat ja keinem weh getan.
Vielleicht hat hier jemand aus dem Umfeld des Vereins versucht, eine Wette zu platzieren. Das wäre übrigens nicht verboten (sondern “nur” unsportlich). Vielleicht wollte auch jemand das Spiel manipulieren. Möglich. Dann wünsche ich diesem Jemand alle nur möglichen Strafen, die das Gesetzbuch bereit hält. Aber: Bis klar ist, was hier wirklich passiert ist, sollte Zurückhaltung oberste Sportlerpflicht sein.
Die Fairness, die im Sport ja immer so groß geschrieben wird, kann ich leider nicht mehr entdecken. Im Gegenteil hat das was von einer Tätlichkeit im Rücken des Schiedsrichters. Das eigentlich gültige Prinzip, dass jeder solange als unschuldig gilt, bis seine Schuld bewiesen ist, scheint vollkommen vergessen worden zu sein. Es ist einfach, in den Kanon der Beschuldigungen einzustimmen. Den eigenen Kopf zu gebrauchen ist da schon schwieriger.
Damals war es Friedrich. Und heute?





Seit heute wissen wir ja, dass anscheinend nichts dran war
Meiner Meinung nach ist an der Sache was dran. Die Entscheidung war richtig, das Spiel abzusagen. Bremerhaven ist bekannt dafür, dass dort gemauschelt wird.