Es besteht die reelle Gefahr, dass ich an dieser Stelle das eine oder andere Mal von unseren Vögeln spreche. Damit Ihr euch wenigstens ein wenig vorstellen könnt, von wem gerade die Rede ist, stelle ich unsere Nymphensittiche in den nächsten Tagen in loser Folge mal vor.
Den Anfang macht heute Herkules von Süstedt. Herkules ist ein etwa fünf Jahre alter Hahn, den wir damals von hervorragenden Züchtern aus Süstedt (südlich von Bremen) bekommen haben. Herkules ist ein toller Hahn, der uns hier in Bremerhaven jeden Tag unglaublich viel Freude macht. Seinen Namen hat er noch von seinen vorherigen Eltern bekommen. Als Küken soll er ständig den Wassernapf umgestoßen haben, was sein Frauchen zu der Bemerkung veranlasste, dass er sich wohl für so stark wie Herkules halte. Bei dem Namen ist es dann auch geblieben.
Herkules ist nicht vermenschlicht, er ist Nymph durch und durch. Trotzdem hat er es gern, wenn er von Hand mit Kolbenhirse oder Sonnenblumenkernen (die stibitzt er dann auch schonmal ganz gern aus unseren Mündern) gefüttert wird. Herzerweichend wird es, wenn er sich vor seiner Herzensdame Leni (von ihr ist dann beim nächsten Mal die Rede) in Position bringt und in Moll-Tonlage zu pfeifen beginnt. Das klingt dann derart traurig, dass sie ihn einfach kraulen muss!
Übrigens: Es heißt ja immer gern, dass Nymphensittiche so laut wären. Das sind sie – allerdings nur, wenn man sie falsch hält. Mit einem passenden Partner schreit kein Nymph. Bei Einzelhaltung dagegen rufen sie natürlich nach Artgenossen. Das würden wir Menschen doch genauso tun, oder?




