Eine bildhübsche Henne ist unsere Leni. Wir haben sie Mitte 2007 aus dem Tierheim in Bremerhaven gerettet. Kein Vorwurf an das Tierheim, wir wissen ja, wie knapp da die Gelder und der Raum sind, aber die Art, wie Leni untergebracht war, ging gar nicht: In einem halb abgedunkelten Raum in einem viel zu kleinen Käfig, zusammen mit mehreren Wellensittichen. Einfach mal ein Katzengehege weniger, und schon hätte man Platz für eine schöne und artgerechte Voliere.
Leni war von Anfang an unser Sorgenkind. Im Tierheim fiel es uns noch nicht auf, aber kurz nach der Ankunft zuhause sahen wir, dass sie an der Kloake eine großes Geschwür hat. Ein Besuch beim vogelkundigen Tierarzt (dafür muss man als Bremerhavener leider bis nach Oldenburg fahren) brachte dann wenigstens ein wenig Entwarnung: Leni hat “nur” einen Leistenbruch erlitten, der sie allerdings kaum behindert. Küken werde sie aber nicht bekommen können, weil so keine Befruchtung möglich sei. Sehr schade für Herkules, der Leni von der ersten Sekunde an geliebt hat und ihr nur selten von der Seite weicht.
Leni muss bei ihrem Vorbesitzer Schlimmes durchgemacht haben. Auch heute noch, nach fast zwei Jahren, ist sie äußerst scheu. Wenn Menschen sich ihr nähern, stellt sie die Haube auf, weicht zurück und faucht. Einen kleinen Erfolg konnten wir aber bereits feiern: Sie nimmt Sonnenblumenkerne aus der Hand an! Ihren Namen hat Leni übrigens einer meiner Großmütter zu verdanken. Die schaute auch oft so empört wie unser Lenchen




