Seit dem Wochenende habe ich keinen Rechner mehr. Mein Acer Aspire E360 macht kräftige Zicken. Definitiv ein Fall für die Garantie, denn die Kiste ist kein halbes Jahr alt.
Gekauft habe ich den Rechner direkt beim Shop von Moscado in Logabirum bei Leer. Preislich konnte man nicht meckern, für 330 Euro konnte ich das Teil gleich mitnehmen.
Zuhause die erste Überraschung: Die laut der per Aufkleber ans Gehäuse angebrachten Gerätdaten eigentlich eingebaute Grafikkarte war bereits ausgetauscht worden. Gegen eine gleichwertige Karte, also kein Verlust. Okay. Der Rechner war dann auch bald personalisiert und machte drei Monate nur Freude.
Anfang Februar dann die Überraschung: Der Rechner stürzte immer häufiger ab, Bluescreens waren an der Tagesordnung. An zügiges Arbeiten war mit dem Aspire nicht mehr zu denken. Dieser Zustand hielt etwa vier Wochen, dann ging gar nichts mehr.
Also habe ich auf einer freien Partition XP neu installiert. Zum Glück besaß ich das Betriebssystem noch von einem älteren Rechner. Da der schon länger nicht mehr existierte, konnte ich die Version mit gutem Gewissen aufspielen.
Mit dieser Version gab es gleich von Beginn an Probleme. Keine Bluescreens mehr, dafür nahm sich der Rechner “schöpferische Pausen”. Heißt: Die Kiste hörte zwischendurch zu rechnen auf. Ein gutgemeinter leichter Klaps gegen das Gehäuse wirkte dann oft Wunder (womit klar war, dass es kein Softwarefehler sein kann, denn die würde auf mechanische Einwirkungen nicht reagieren). Mein Schwiegervater vermutete, dass es ein Problem mit dem Speicher sein könnte. Gut möglich, wie Internetrecherchen ergaben.
Den März über lief das alte Betriebssystem dann plötzlich wieder. Auch ohne Bluescreens, dafür weiterhin mit den nervigen Rechenpausen. Es war klar, dass ich den Rechner in absehbarer Zeit zurück zu Moscado nach Logabirum bringen müsste. Beim Kauf des Rechners war ich auf “Montage” in Leer und habe um die Ecke gewohnt. Jetzt lebe und arbeite ich wieder in der wunderschönen Seestadt Bremerhaven. “Mal eben” zu Moscado fahren, das ist also nicht drin.
Die Entscheidung darüber, wann ich im Ladengeschäft des Internethändlers vorstellig werden muss, nahm mir dann der Rechner ab. Denn unvermittelt meldete er einen Systemfehler und weigerte sich fortan, seine Arbeit aufzunehmen. Ich habe, mehr aus Gewohnheit, die alte Windows-Version noch einmal aufgespielt. Einstellungen habe ich nicht mehr vorgenommen. Ich habe die Schnauze von der Kiste voll. Mir geht es nur noch darum, meine Sachen zu retten. Über 80 Gigabyte Fotos liegen auf dem Rechner. Dazu mein komplettes Artikel-Archiv. Wenn die verloren gingen, wäre es eine Katastrophe. Die Dateien werde ich heute den Tag über auf eine andere Festplatte verschieben.
Eine erste Reaktion von Moscado ist auch schon eingetroffen. Der Händler steht zu seiner Garantiepflicht – sofern es sich um einen Hardware-Fehler handelt. Sollte, wie er vermutet, die Software fehlerhaft gewesen sein, kämen Kosten auf mich zu, meint er. Das ist allerdings wirklich nur seine Meinung, denn auch für Software gilt seit 2002 die zweijährige Gewährleistungspflicht. Sollte er Kosten geltend machen wollen, darf er die gern mit Microsoft abrechnen. Ich bin schon gestraft genug, dass ich mich auf den Weg nach Logabirum machen muss.
In der Zwischenzeit muss ich mit einem anderen Aspire arbeiten – meinem alten Notebook. Das läuft seit dreieinhalb Jahren fehlerfrei. Mittlerweile ist das Teil zwar ein wenig langsam geworden, aber das sei ihm zugestanden. Wir werden ja schließlich auch nicht jünger



