Snorre, unser Detektiv

Unseren Snorre haben wir bei einem Züchter im Osten Bremens gefunden. Wir haben ihn nicht nur deswegen mitgenommen, weil er total süß ist und mit seinen schwarzen Knopfaugen neugierig in die Welt schaute. Der Hauptgrund war wahrscheinlich, dass die Vögel bei diesem Züchter in einem kleinen Zimmer in einer ganzen Reihe von Brutboxen, bis unter die Decke gestapelt, leben mussten. Snorre war der letzte Nymphensittich, und wir wollten ihn partout nicht da lassen.

Uns ist klar, dass solche Züchter am besten dadurch entmutigt werden, indem man ihnen erst recht kein Tier abkauft. Aber wer Snorre da in dem viel zu kleinen Käfig gesehen hätte, ohne jede Chance auf Freiflug, der hätte wohl ähnlich gehandelt.

Seit einem guten halben Jahr ist Snorre jetzt bei uns in Bremerhaven. Und es ist toll, diesen jungen Hahn dabei zu beobachten, wie er die Welt entdeckt. Neugierig fliegt er jede Ecke an, probiert, knabbert, linst… dabei orientiert er sich gern an Herkules. Wenn der irgendwo landet, kann es nicht gefährlich sein. So kommen wir regelmäßig zu der Ehre, Snorre auf unseren Armen, Schultern oder Köpfen begrüßen zu dürfen. Auf die Hand geht er freiwillig noch nicht – dafür nimmt er gern Sonnenblumenkerne an, die er dann mit seinem Fuß festhält und knackt.

Die eigentlich angedachte Verpaarung mit Frieda hat bisher noch nicht funktioniert. Frieda lässt Snorre zwar bis zu einem gewissen Punkt an sich ran. Ihre schlimmen Erfahrungen im Glaskäfig bei Wassenaar verhindern aber, dass sie sich entspannen und kraulen lassen kann – auch wenn Snorre ihr immer wieder zu verstehen gibt, dass er das gern tun würde.

Seit neuestem landet Snorre auf dem Wohnzimmertisch, wenn wir mal im Wohnzimmer essen. Besonders wild scheint er dabei auf die Pfannkuchen meiner Frau zu sein. Natürlich bekommt er nichts ab – die wären dann doch nichts für ihn. Aber für ihn steht immer ein Schälchen mit Vogelfutter bereit. Hungrig muss Snorre also nicht wieder wegfliegen.

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