Bye Bye Lehe

On Juni 23, 2009

Ich muss zugeben, ich vermisse mein Lehe bereits jetzt. Seit mehr als drei Jahren leben wir hier schon, und allen Unkereien und Warnungen zum Trotz haben wir uns hier immer wohl gefühlt.

Nutten beeindrucken als Hobby

Leise ist es hier nie. Dafür sorgt schon die nahe gelegene Lessingstraße mit ihren Puffs. Aber es hat Spaß gemacht, sich die Typen anzusehen, die im Schleichtempo und oft mit viel zu lauter Kaspermucke (“bumm-bumm-bumm-bumm”) an den Mädels vorbei fuhren. Nutten beeindrucken muss schon eine verdammt spannende Freizeitbeschäftigung sein.

Kurze Wege – überall hin

Aber wir hatten hier alles in der Nähe. Zum Einkaufen konnte man zu Fuß gehen, ebenso zum Fußball schauen beim FCB oder bei Sparta. Auch unsere Lieblingsrestaurants Adria und La Cigale waren nur wenige Gehminuten entfernt. Und wenn man mal mit Freunden ein Bier trinken wollte – gemütliche Kneipen gibt es hier zu genüge. Den Laderaum 58 zum Beispiel.

Lehe bröckelt

Meine Frau liebt den Blick aus unserem Arbeitszimmer auf den Turm der Pauluskirche. Besonders in der Abenddämmerung sieht der rote Kirchturm einfach malerisch aus. Aus einem anderen Fenster sehen wir auf das Hotel Metropol, dessen ehemals stolzes Türmchen langsam, aber sicher, zerfällt. Der Bürgersteig unter dem Turm ist bereits mit Flatterband abgesperrt, denn es besteht ständig die Gefahr, dass Teile herunterfliegen.

Mit Hund unterwegs durch die grünen Oasen

Mit Juri, unserem Havaneser, haben wir die nahe gelegenen Schrebergartenkolonien für unsere Spaziergänge entdeckt. Mitten in der Stadt diese kleinen Oasen – wo sonst als in Lehe gibt es sowas?

Auspuff ab auf der Huckelpiste

Leicht fällt mir der Abschied nicht. Ich werde mein Lehe vermissen. Die Gründerzeit-Häuser. Die Offenheit der Menschen. Das Leuchten des nahen Containerterminals. Ganz sicher nicht vermissen werde ich die Huckelpisten. OB Jörg Schulz hat in einem Artikel mal sinngemäß verlauten lassen, dass es sich nicht mehr lohne, in Lehe zu investieren. Das nenne ich doch mal Einsatz! Denn, da der Oberbürgermeister Bremerhavens die Straßen Lehes nicht für sanierungswert hielt, durften wir zweimal den Auspuff an unserem Auto machen lassen.

Also, Bye Bye, mein Lehe! Aber wir sehen uns wieder – spätestens beim Fußball schauen!

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