Wie lange bleibt Joachim Löw noch Fußball-Bundestrainer? Als Vereinscoach wäre er wohl ein Kandidat für einen der nächsten Rauswürfe. Allein die Tatsache, dass der DFB einen äußerst langen Geduldsfaden hat und ungern Fehler zugibt, rettet dem Schwaben wohl den Job.
Das Sommermärchen ist vorbei. Seit Mitte 2006 schwingt Joachim Löw, 49 Jahre alt, das Zepter. Rein von den eingefahrenen Ergebnissen könnte man mit ihm wohl zufrieden sein: Die Mannschaft hat sich recht souverän für die Europameisterschaft qualifiziert und dort sogar das Endspiel erreicht. Zurzeit steht das Team an der Spitze der WM-Qualifikationsgruppe und wird aller Voraussicht nach das Ticket nach Südafrika lösen. Notfalls über die Relegation.
Das System Löw auf dem Prüfstand
Aber die nackten Zahlen können nicht verschleiern, dass eine Menge nicht stimmt im Löwschen System. Dass der Badener und Wahl-Schwabe Löw seine Günstlinge hat, zum Beispiel. Dass das, was die Mannschaft spielt, weder modern noch schön anzusehen ist. Dass es lediglich die individuelle Klasse der einzelnen Spieler ist, die für Erfolg sorgt, nicht das Kollektiv.
Leistung nicht ausschlaggebend für Nominierung
Seine Personalentscheidungen kann schon längst niemand mehr nachvollziehen. Ein Stefan Kießling von Bayer Leverkusen zum Beispiel befindet sich in einer Weltklasse-Form. Vier Tore hat er in den bisherigen vier Spielen bereits erzielt. In jeder anderen Nationalmannschaft hätte er einen Startplatz sicher. Nicht so in Löws Team, denn hier sind die Plätze reserviert für Miroslaw Klose (bisher 118 Minuten Spielzeit / kein Tor), Mario Gomez ( 4 Spiele / 2 Tore), Lukas Podolski ( 3 / 0) und Cacau ( 4 / 0). Lediglich die Nominierung Gomez’ scheint richtig, die anderen drei Akteure sind dagegen absolute Kandidaten für Denkpausen. Dass Lukas Podolski mitlerweile nichts mehr in der Nationalmanschaft zu suchen hat, nicht einmal im erweiterten Kader, zeigen seine dürftigen Auftritte seit einigen Monaten. Und Cacau… nun, er ist Stuttgarter. Das scheint für eine Nominierung zu reichen.
Adler statt Wiese – keiner weiß warum
Auf der Torhüterposition hat Löw die Qual der Wahl – und patzt bereits bei der Frage des Reservekeepers. Robert Enke ist zurecht die Nummer eins, auch wenn ihm seit Jahren (seit er bei Hannover 96 spielt) die internationale Erfahrung fehlt. Als Nummer zwei aber drängt sich der mittlerweile gereifte Tim Wiese von Werder Bremen auf. Ihm René Adler vorzuziehen, ist schwer zu verstehen. Oder zeigt der Bundestrainer hier etwa Humor? Denn “Adler” war der Spitzname des legendären Nationaltorwarts Bernd Franke. Der allerdings war damals auch ein Klüngel-Opfer und kam an Sepp Mayer nicht vorbei, weil er beim falschen Verein (Eintracht Braunschweig) spielte.
Löw sucht nur im Süden – bevorzugt in Stuttgart
Auf die Erfahrung und das Können eines Thorsten Frings verzichtet Löw ebenfalls freiwillig. Auch Frings spielt im Norden bei Werder Bremen. Lediglich Top-Talent Mesut Özil findet Gnade in Löws Augen. Hat der Bundestrainer etwa eine Werder-Antipathie? Oder hat er einfach den Überblick verloren, weil er sich bevorzugt in seiner süddeutschen Heimat aufhält? Es scheint fast so, denn wenn man sich anschaut, wen Löw eingeladen hat, kommt man aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus: Andreas Beck (SAP, ehemals Stuttgart), Serdar Tasci (Stuttgart), Sami Khedira (Stuttgart), Christian Gentner (VW, ehemals Stuttgart). Es fällt auf, dass Löw, der ehemalige VfB-Trainer, überproportional viele Stuttgarter einlädt. Lokalpatriotismus allerdings ist eine Eigenschaft, die sich ein Bundestrainer nicht leisten darf.
Südafrika 2010 als Prüfstein
Beim DFB hat man sich von dem Schritt, den Co zum Chef zu befördern, wohl Kontinuität versprochen – eine Konservierung des Zustands, den die Mannschaft nach der WM im eigenen Land erreicht hatte. Dass diese Hoffnungen einige Haken hatten, bedachte man beim DFB nicht. Denn die WM 2006 war ein Selbstläufer. Vor eigenem Publikum hat eine Mannschaft ohne echte Taktik den dritten Platz erreicht, indem sie sich von einer Woge der Begeisterung hat tragen lassen. Für die Europameisterschaft 2008 bei unseren Nachbarn in der Schweiz und in Österreich galt das ebenfalls ein Stück weit. Das Turnier in Südafrika ist da schon eine ganz andere Nummer. Es wird die Nagelprobe für Joachim Löw. Und ich bin mir sicher, dass er sie verpatzen wird. Denn mit derart übertriebenem Lokalpatriotismus wie Löw ihn bei der Auswahl seiner Spieler an den Tag legt, kann man bei einer WM nicht bestehen. Wer wettet dagegen?



Ja, wahrscheinlich deshalb ist es
unverschämtheit! unsere jungs machen ihre besten spiele auch nur gegen die besten teams. ist doch logo. die müssen gefordert werden.
Ja nee, is klaa.
wer hat was mit wem zu tun? es geht hier um das deutsche team, und dazu gehören eben sämtliche teams und nicht nur das eine. das mi dem schönreden kannste mal gepflegt vergessen. ich weiss nicht, von wem du das hast. ich aber habe augen im kopf. und das gestern war ordentlich, denn ich habe das spiel in voller länge gesehen und musste nicht mit dem hund raus. ordentlich, aber das hatte ich ja schon erwähnt. anspruch? genau das ist der fehler. was ist dabei, im viertelfinale auszuscheiden? wenn der gegner besser ist? nichts. schau dir die portugiesen an, wie schön die gespielt haben. was haben sie davon? wie schwer tut sich argentinien? alles nippes. immer locker bleiben! vor allem: mein team nicht schlechter machen! die jungs sind gut! sieg!
Wenn so ein Gegraupel gegen einen drittklassigen Gegner ordentlich ist, dann ist der Papst Protestant. Aber ich muss jetzt mit dem Hund raus. Sind die kurzen Hosen schon gebügelt?
mal ehrlich, im viertelfinale auszuscheiden, davon träumen 170 fussballnationen. wo ist das problem? die jungs haben das gestern ordentlich gemacht. klar ist noch luft nach oben, wäre ja schlimm, wenn nicht. aber träumereien von wegen schön anzusehender fussball, da musste dir brasilien anschauen. und auch die gurken ab und am rum. unsere jungs werden dat schon machen, niemand ist verpflichtet, sich dat anzuschauen. also einfach mal locker bleiben und nicht ständig alles mies brabbeln. da kommt nämlich einiges gutes nach. ich sage nur: em-sieger u 17, 19, 21 usw. so was hat noch keine nation geschafft. ich lasse mir mein team hier nicht kaputt brabbeln!
Man kann alles schönreden (machst Du ja gern), muss man aber nicht. Und eine deutsche Nationalmannschaft hat einen anderen Anspruch als Liechtenstein, Zimbabwe oder Neuseeland. Da ist das Ausscheiden im Viertelfinale kein Erfolg, das wäre peinlich. Aber noch ist es nicht soweit.
Was hat Joachim Löw eigentlich mit der U17, U19 und U21 zu tun? Ist er da etwa Trainer? Wahnsinn, der tut ja richtig was für sein Geld
…”den co um chef zu befördern?” damit geht es doch schon los! hier fehlt nicht nur ein buchstabe, sondern auch ein trainerschein! kiessling? wer ist das? der hat vier tore gemacht. weltklasse? den hätt auch ich nicht eingeladen. erstmal konstanz zeigen! özil ist die zukunft, wenn ballack abtritt. frings ist ne lusche und soll bei werder gurken. klose ist noch nicht bei 100 % angekommen, aber er bereitet schon wieder vor. wie man es gesehen hat…khedira, mal auf die körpersprache achten! der will nicht nur, der kann auch! und adler ist ein guter! wenn man das spiel gesehen hat…wiese soll bei werder bleiben und dort pöbeln. so einer bringt nur unruhe ins team. die jungen müssen ran! enke würde ich auch aussortieren, mal ganz abgesehen…einfach mal den ball flach halten, sagt der thorwath. oder flachhalten, sagt der sexperte.
Moin Elvis
gegen einen Weltklasse-Gegner wie Südafrika (dazu noch zuhause) muss man erst mal gewinnen. Da hast Du Recht. Dann macht Löw wohl alles richtig und ich habe gestern gar keinen Graupelfußball gesehen
In Südafrika, sollten wir uns qualifizieren, ist nach dem Viertelfinale spätestens Schluss.