Wieviel ist eine Zusage noch wert?

Dieser Blogeintrag ist der Letzte. Zumindest aus unserer alten Wohnung. Denn in wenigen Minuten tritt das Abenteuer “Umzug” in die kritische Phase: Das Einladen, Transportieren, Ausladen und Aufbauen der schwereren und sperrigeren Möbel.

Dass diese Phase eine kritische ist, verdanken wir zu einem guten Teil unserem Autovermieter. Denn eigentlich war das Fahrzeug online für den morgigen Sonnabend gebucht. An dem Tag hätten wir eine Menge Hilfe gehabt, dazu hätten wir den kompletten Freitag noch zum weiteren Vorbereiten nutzen können. Diese Zeit war fest eingeplant.

Eine Buchungsbestätigung ist eine Buchungsbestätigung ist keine Buchungsbestätigung

Gestern früh dann kam der Anruf von Europcar, der alle unsere Pläne über den Haufen warf und dafür sorgte, dass wir alles einen Tag vorziehen mussten. Tenor: Unsere Buchungsbestätigung war gar keine Buchungsbestätigung (auch wenn sie so heißt und sogar im Mail-Betreff “Buchungsbestätigung” steht), sondern lediglich eine Anfrage. Und den gewünschten Wagen habe man für den Sonnabend nicht mehr vorrätig. Damit der Umzug nicht komplett ins Wasser fällt, habe ich das Angebot angenommen, den Wagen für Freitag, also heute, zu nehmen. Ein kleines Entgegenkommen gab es dann aber doch: Weil der nachfolgende Kunde den Wagen am Sonnabend wohl erst ab Mittag brauche, würde es reichen, ihn bis etwa elf Uhr zurück zu geben. Na gut, dann haben wir Sonnabend früh wenigstens noch die Möglichkeit für eine weiteren Fuhre.

Flüchtig ist das Wort

Ihr denkt es Euch sicherlich schon: Natürlich war diese Zusage nichts wert. Denn, als ich den Wagen heute Morgen abholte, sprach ich natürlich noch einmal diese Zusage an. Und die Dame bei Europcar antwortete mir (ich muss zugeben, ich war nicht sonderlich überrascht), dass das so nicht gehe. Der Wagen müsse auf jeden Fall bis acht Uhr Früh am Sonnabend zurück sein, dazu habe Ihre Kollegin (die natürlich gerade nicht im Haus war) das extra noch auf einen Zettel geschrieben, sogar in rot: Kunde weiß Bescheid, dass der Wagen um acht Uhr zurück sein muss!

Selbstverständliches extra betont – sogar in rot.

Eigentlich eine unglaubliche Posse. Wobei auffällt: Warum betont die Kollegin auf dem Zettel extra (sogar in rot), dass ich die Rückgabezeit wüsste? Die ist ja eigentlich ein üblicher Vertragsinhalt und müsste nicht gesondert erwähnt werden (oder steht beim Tanken auf dem Bon: “Kunde nimmt den Sprit gleich mit, keine Lieferung nötig”?).

Europcar ist kein Freund.

Gut, dann machen wir jetzt also das Beste aus der verfahrenen Situation. In einer Viertelstunde beginnn wir damit, den Wagen voll zu räumen. Heute Nachmittag kommen noch zwei Freunde und helfen uns bei den wirklich sperrigen und schweren Sachen. Auf Freunde ist eben noch Verlass. Auf Europcar leider nicht.

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