Über den Outdoor-Spezialisten Jack Wolfskin kommt man zurzeit aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Erst schätzt das Unternehmen die Dimensionen einer Abmahnwelle gegen Kleinstshopbetreiber, die eine Tierpfote als Design für diverse Produkte verwenden, komplett falsch ein. Und jetzt, da Blogospähre und Medien gleichermaßen auf die Firma eindreschen, tut sie … nix! Krisenkommunikation als Fremdwort?
Als erste Blogs die schwer nachvollziehbaren Abmahnungen der Anwaltskanzlei Harmsen & Utescher zulasten einiger kleiner Shopbetreiber meldeten und sich die bundesweiten Medien für die Affäre zu interessieren begannen, hätten die vorher festgelegten Mechanismen einer effektiven Krisenkommunikation greifen müssen. Doch bis auf eine schwachbrüstige Pressemitteilung, laut der sich der Bekleidungsriese gezwungen sehe, gegen Hausfrauen und Rentner vorzugehen, damit seine Markenrechte nicht verwässern, kam nichts aus Idstein, dem Firmensitz Jack Wolfskins. Auch nachdem immer mehr Blogs das Thema aufgriffen und sich ausländische Blätter und Sender mit dem Thema befassten, blieb es still und stumm im Wolfsbau.
PR-Abteilung im kollektiven Tiefschlaf?
Ja, hallo? Was ist denn da los? Ist die PR-Abteilung bei Jack Wolfskin etwa zurzeit nicht besetzt? Die Firma erleidet gerade einen Imageverlust, der vergleichbar sein könnte mit der komplett in die Hose gegangenen Schockwerbung des Modelabels Benetton in den 1990ern! Es häufen sich die Boykottaufrufe, immer mehr Menschen wollen mit Jack Wolfskin nichts mehr zu tun haben. Und die Firma hat zu alledem nichts zu sagen? Keine Verteidigungsstrategie? Keine Rechtfertigungen? Das ist entweder unsäglich arrogant – oder dumm. Denn das würde bedeuten, dass man sich im Hause Wolfshaut überhaupt nicht auf eine solche oder ähnliche Situation vorbereitet und entsprechend auch keine Vorgehensweisen einstudiert hätte.
Über 200 Millionen Umsatz – aber keine Krisenkommunikation
Ein solch unprofessionelles Verhalten darf man von den abgemahnten Häkelhausfrauen vielleicht erwarten. Aber nicht von einem Global Player, dessen Umsatz bei über 200 Millionen Euro liegt! Hier hat jemand anscheinend seine Hausaufgaben nicht gemacht.



