Das dürfte es noch nicht gegeben haben: Dieser Tage erhalten die Käufer von Geräten der Quelle-Eigenmarke Privileg, deren Kauf noch keine drei Jahre her ist, Post – vom Insolvenzverwalter der Quelle, Klaus Hubert Görg! Der Inhalt: Werbung für die Karstadt Quelle Versicherung, die (natürlich gegen Entgelt) die Garantie der Privileggeräte weiterführen will.
Stil und Gewissen als unnötiger Ballast
Ich muss zugeben, dass mich die Dreistigkeit mancher Leute sprachlos macht. Es geht nur noch um’s Geld verdienen – so etwas wie Stil oder sogar Gewissen gibt es anscheinend längst nicht mehr. Neuestes Beispiel: Die Spam-Attacke des Kölner Anwalts Klaus Hubert Görg. Als Insolvenzverwalter har Görg einen gewissen Ruf erlangt. Keinen sonderlich guten allerdings, denn nicht wenige werfen ihm Fehler bei der Abwicklung des insolventen Arcandor-Konzerns, besonders bei der gescheiterten Rettung des Versandhändlers Quelle aus Fürth, vor. Zuletzt verspielte Görg Sympathien, als er den Internet-Verkauf der Quelle-Waren vorzeitig stoppte und so für eine frühe Entlassungswelle sorgte.
Erfolg haben ist nicht alles – man kann auch ohne sehr gut verdienen
An dieser Insolvenz, bei der Schätzungen zufolge mindestens 7000 Menschen ihre Existenzgrundlage verlieren, verdient der Verwalter übrigens hervorragend: Laut Berliner Zeitung darf Görg, ob erfolgreich oder nicht, mit einem Honorar in Millionenhöhe rechnen. Wo bleibt da der ansonsten so schnell erfolgende Aufstand der Anständigen?
Karstadt Quelle Versicherung wittert Zusatzgeschäft
Görg allerdings reicht sein Honorar noch nicht aus. Er nutzt seine Position als Insolvenzverwalter dazu, den um ihre Garantieansprüche geprellten Quelle-Kunden ein ungewolltes Angebot zu unterbreiten. Für 1,50 Euro pro noch zustehendem Monat Garantie würde die Karstadt Quelle Versicherung die Garantie übernehmen. Das mag hilfreich und nett klingen. Letztendlich aber ist es der Umstände wegen eine Frechheit, denn hier geht es nur darum, mit den eh schon gebeutelten Kunden noch ein paar Euro zu machen.
Datenschutz wirklich gewahrt?
Wieviel Görg für seine Werbeträgerschaft kassiert, ist unbekannt. Ebenso, ob die persönlichen Daten der Quelle-Kunden, wie auf der Rückseite des Schreibens versichert, wirklich nicht an die Versicherung weiter gegeben wurden. Was bleibt, ist das miese Gefühl, überhaupt nicht respektiert zu werden. Dieses Gefühl aber teilen sich die Kunden der Quelle mit den Mitarbeitern, die kurz vor Weihnachten auf die Straße gesetzt werden.



Eine Gutschrift, die nur noch dem Insolvenzverwalter nützt.
So Leid mir diese gewinnbringende Verhökerung von Quelle für alle Angestellten tut, ist die Aktion mit meinen Garantieansprüchen für mich um so ärgerlicher.
Dank der Insolvenz lasse ich eben mal 108 € im Riss.
Eine bereits vor einem Jahr gekaufte und mehrfach hin- und hergeschickte Casio Uhr wurde mir erst Mitte November gutgeschrieben. Leider wurde ich erst nach dem 01.12. darüber informiert, dass mein Kundenkonto ein Guthaben aufweist (scheinbar ja nur pro forma, denn sonst hätte man ja ein ganzes Jahr Zeit gehabt auf meinen Wandlungsanspruch einzugehen…)
In der Regel wünsche ich allen Menschen nur Gutes, doch seine Profitgier muss “Herr” Görg mit seinem eigenen Gewissen und vor sich selbst verantworten…
In diesem Sinne “Frohe und besinnliche Weihnachten”