Hauaha! Das ist ein Schlag ins Kontor! Seit Jahren fordert die Bundesnetzagentur dazu auf, ihr Fälle von Rufnummernmissbrauch (zum Beispiel für Telefon-Abzocke) zu melden. Das tun die Menschen dann auch fleißig. Wer dagegen nicht so fleißig ist, ist die Bundesnetzagentur selbst. Denn die verhängte in eineinhalb Jahren Bußgelder in Höhe von lediglich 29.605 Euro… na, das zahlt doch zB die Deutsche Gewinn Agentur aus der Portokasse!
Wird da überhaupt gearbeitet?
Für alle, die den Telefon-Spam-Sumpf trocken legen wollen, sind diese Zahlen ein Schlag in die Fresse nicht gerade motivierend. Die als große Hoffnung für alle Opfer von Telefon-Abzocke geltende Bundesnetzagentur hat am Freitag ihren (Un)Tätigkeitsbericht für die Jahre 2008 und 2009 vorgelegt. 71 979 Beschwerden aus den Reihen der Bevölkerung lesen sich gut. Die daraus resultuierenden 25 eingeleiteten Bußgeldverfahren dagegen wirken wie Arbeitsverweigerung. Und die verhängte Bußgeldsumme von nicht einmal 30 000 Euro (bei 45 verhängten Bußgeldern sind das gerade mal 657,89 Euro pro Bescheid) ist für die Bundesnetzagentur einfach nur blamabel.
Wer braucht eine solche Bundesnetzagentur eigentlich?
Telefon-Abzocke ist ein höchst lukratives Geschäft. Komplette Call Center sind dem Betrug gewidmet, der “Umsatz” der “Branche” lässt sich nur schätzen, wird aber sicherlich in die Millionen gehen. Wenn man auch nur ahnt, wieviel Geld die Gauner sich in die Tasche stecken, machen die veröffentlichten Zahlen der Bundesnetzagentur einfach nur sauer. Eine Agentur, die von den Bürgern bezahlt wird und sie vor Abzocke schützen soll, schafft es gerade mal, alle drei Wochen einen Bußgeldbescheid rauszuhauen? Bei fast 72 000 Meldungen? Ich würde mich schämen, mit solchen Zahlen an die Öffentlichkeit zu gehen!
Peinliche Arbeitsauffassung
Man stelle sich vor, ein Journalist würde genauso arbeiten. Er bekommt 72 000 Meldungen auf den Tisch und macht daraus 25 Artikel… nein, da draußen, im richtigen Leben, wäre so eine Arbeitsauffassung unmöglich. So etwas kann es anscheinend nur bei einer Behörde / Bundesagentur geben. Einen passenden Kommentar dazu gibt es zum Beispiel von der Kanzlei Richter, die die Behörde treffend als “Bundeswitzagentur” bezeichnet und der Katzenjens hat – mal wieder – einen schönen Podcast dazu fabriziert:



