Frohes Fest? Paketdienste verbummeln Zustellungen

Weihnachten kommt jedes Jahr so plötzlich und überraschend, dass man gar keine faire Chance hat, sich darauf vorzubereiten. Das gilt anscheinend besonders für einige Paketdienste in Deutschland und besonders für die DHL. Denn trotz rechtzeitiger Abgabe von Päckchen und Paketen am Schalter häufen sich die Berichte, dass bis Heiligabend nicht ausgeliefert wurde.

Keine Wichtel für die Föderation

Ich spiele Hattrick, einen Online-Fußballmanager. Der macht besonders dann Spaß, wenn man sich in aktiven Diskussionsgruppen, sogenannten Föderationen, zusammenschließt. In einer dieser Föderationen hatten wir abgemacht, dieses Jahr füreinander zu wichteln. Kleinigkeiten, auf dem Postwege in ganz Deutschland verschickt. Die letzten meldeten Montagnachmittag “alles klar”. Im schlechtesten Fall also drei volle Werktage Zeit für die Paketdienste, ihre Arbeit zu erledigen. Was sie nicht oder nur ungenügend taten. Denn im Forum der Föderation häufen sich die Einträge der Sorte, dass kein Päckchen ankam. Etwa die Hälfte der Sendungen scheint hier nicht rechtzeitig abgeliefert worden zu sein. Auch mein eigenes, das Montagfrüh auf den Weg ging in eine hessische Universitätsstadt.

Gleiches Bild überall – die Weihnachtsgeschenke kommen erst nach Weihnachten

Aber nicht nur die Wichtelverschicker meckern über die ausbleibenden Zustellungen. Im Internet kann man an vielen Stellen nachlesen, dass bestellte Geschenke nicht ankamen und den Schenkenden damit in eine ziemlich bescheuerte Klemme brachten. “Tut mir leid, aber Dein Geschenk kam nicht rechtzeitig an” – wer so etwas am Heiligen Abend sagt, steht doch erst einmal als komplett unfähig da. Dann spielt es keine Rolle, dass es der Zustelldienst war, der seine Arbeit nicht erledigt hat.

Winter als Ausrede? NIx da – die Probleme sind hausgemacht!

Noch hat die öffentliche Diskussion über die diesjährigen Weihnachtszustellungen nicht begonnen. Aber man darf sich jetzt schon sicher sein, welche Ausrede DHL und Co benutzen werden: Das Winterwetter, das in Teilen Deutschlands bis zum Heiligabend herrschte. Der wahre Grund aber dürfte woanders zu finden sein: Bei der Annahme, dass man ohne Arbeitskräfte mehr Geld verdienen könne und deshalb wie wild Personal abbauen muss. Denn auch das ist längst kein Geheimnis mehr: Explizit die Deutsche Post und die DHL haben in den letzten Jahren massiv Arbeitsplätze vernichtet und den übrig gebliebenen Zustellern ständig größere Verteil-Bezirke zugewiesen. Unsere Postbotin zum Beispiel kommt in der Regel nach 15 Uhr. Viel zu spät, um noch auf Geschäftspost zu reagieren.

Gewinnmaximierung ist ein schlechter Ratgeber

Dass die Probleme der Zusteller also hausgemacht sind und durch klügere Personalpolitik zu verhindern wären, liegt auf der Hand. Das wird man bei den Zustelldiensten allerdings nicht hören wollen. Denn hier geht es lediglich um Gewinnmaximierung. Ein dummes Verhalten angesichts der vielen Beispiele von Firmen, die genau diese Taktik zugrunde gerichtet hat. Denn den Kunden interessiert nicht, wieviel Gewinn eine Firma macht. Er fordert nicht weniger als dass das, was er bezahlt, auch funktioniert. Gewinnmaximierung war schon immer ein schlechter Ratgeber, wenn es um ein reibungsloses, risikoarmes Betreiben eines Geschäfts ging.

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2 Responses to Frohes Fest? Paketdienste verbummeln Zustellungen

  1. Röpi says:

    Amazon scheint bei der DHL/Deutschen Post aber ein Sonderecht zu besitzen. Ich habe mir am Montag zwei Bücher, eine DVD und eine Bluray bestellt. Die Bücher und die DVD kamen am Dienstag an, die Bluray am Mittwoch. Beide mit DHL, anstelle wie üblich mit dem normalen Postboten ;) Ich kann mich also nicht beschweren ;)

    • togo says:

      Moin Röpi,

      ja, etwa Ähnliches habe ich auch schon von anderen gehört. Es scheint wirklich so, als behandle DHL die Sendungen von Amazon bevorzugt. Wundern würde es mich nicht.

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