Bye Bye meinVZ!

Liebes meinVZ,
es fällt mir nicht leicht, Dir diesen Brief zu schreiben, aber es muss sein. Du wirst es selbst bemerkt haben, dass es zwischen uns nicht mehr so ist, wie es früher einmal war. Das aufregende, prickelnde Gefühl, das ich anfangs verspürte, wenn ich Dich besucht habe, ist längst einer genervten Langeweile gewichen. Ich würde gern sagen, dass ich es bin, an dem es liegt. Aber das wäre gelogen. Du hast Dich verändert. Allerdings nicht positiv. Mit dem Datenschutz hattest Du es nie sonderlich streng genommen. Und dass ich so manches Mal, wenn ich bei Dir zu Besuch war, von Deinen Kumpels, die ich nicht mal kannte, entweder blöd von der Seite angemacht oder sogar angegraben wurde – dabei bin ich glücklich verheiratet!

Den letzten, entscheidenden Knax hat unsere Beziehung bekommen, als Du Deine Wohnung komplett mit Werbung zugepflastert hast – alles voll mit Reklame! Jedes Mal, wenn ich mich mit jemandem unterhalten wollte, lenkte irgend eine penetrant blinkende Werbung, zum Beispiel von Media Markt, alle Aufmerksamkeit auf sich. Nicht selten legte sie sich sogar über das Gespräch! Ich habe Dich darauf einmal angesprochen. Du meintest, das müsse so sein. Deine Wohnung koste schließlich Geld, und Du müsstest die Miete wieder herein bekommen. Das verstehe ich übrigens sehr gut. Aber Du hast es schlicht übertrieben. Ich habe Dich besucht, weil ich nette Leute treffen und einfach eine schöne Zeit haben wollte. Aber das war kaum noch möglich.
Was mich zudem noch störte: Du hast immer wieder Leute rausgeworfen. Das war zwar Dein Recht, denn Du hast natürlich das Hausrecht in Deiner Wohnung. Aber ich habe nie nachvollziehen können, welchem Faden Du dabei gefolgt bist. Dem Nasenfaktor? Oder bist auch Du ein Opfer der “Political Correctness”? Dann ist es erst recht gut, dass sich unsere Wege trennen. Denn mit verlogenen, heuchlerischen Gutmenschen möchte ich nichts zu tun haben.
Du hast sicherlich bemerkt, dass ich in der letzten Zeit immer seltener vorbei kam. Deine Nachrichten in meinem Briefkasten habe ich immer häufiger ignoriert. Ich möchte Dich bitten, mich in Zukunft gar nicht mehr anzuschreiben. Mit uns wird es nichts mehr. Und es wird Dich nicht überraschen, dass ich längst eine Andere gefunden habe. Bei ihr fühle ich mich deutlich wohler. Sie penetriert mich nicht mit Werbung, auch wenn auch sie nicht darauf verzichten kann. Sie nervt nicht mit pubertären Sprüchen. Und, ganz wichtig: Sie kommt mit anderen klar. Sie stellt mir gegenüber nicht den Anspruch, die einzige sein zu wollen.
Ich wünsche Dir auf Deinem weiteren Weg nur das Beste. Lass mal wieder von Dir hören, wenn Du wieder etwas zur Besinnung gekommen bist.

Alles Gute!

Dein Togo

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One Response to Bye Bye meinVZ!

  1. Thomas says:

    Ihr beide wart so ein schönes Paar!!!

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