Ich mag Gartenarbeit. Besonders der Teil, bei dem man so richtig metzeln und säbeln kann, macht mir Spaß, während meine Frau es eher genießt, zu pflanzen, zu hegen und zu pflegen. Da ergänzen wir uns wirklich perfekt.
Die wenigen schönen Tage Mitte der Woche haben wir entsprechend auch dafür genutzt, den von unserenVorbesitzern doch etwas vernachlässigten Garten auszulichten und umzustrukturieren. Oder besser: Wir haben es versucht. Denn recht bald ging gar nichts mehr. Warum? Weil ich an einem einzigen Tag drei Spaten geschrottet habe. Jeweils bei ihrem allerersten Einsatz.
Der erste Spaten gehörte zur Klasse “Budget”. Andere nennen es billig. Etwa zehn Euro hatte der Stahlspaten gekostet, den wir vergangene Woche beim Baumarkt Max Bahr in Bremerhaven gekauft hatten. Eingesetzt werden sollte er, um eine Reihe von Buchsbäumen umzusetzen. Zwei Stück konnte ich mit seiner Hilfe aus dem Erdreich holen, beim dritten knickte das Spatenblatt um. Wie so etwas funktioniert? Keine Ahnung! Die Hebelkräfte jedenfalls waren nicht allzu hoch. Also ein Materialfehler. Bei einem preiswerten Spaten vielleicht nicht ungewöhnlich.
Ich habe den kaputten Spaten dann umgehend bei Max Bahr reklamiert. Die Dame an der Information schaute überrascht, stellte mir aber umgehend eine Gutschrift aus. Da wir den Tag ja eigentlich im Garten arbeiten wollten, entschieden wir uns also, uns das Geld nicht auszahlen zu lassen, sondern einen vermeintlich besseren Spaten (Preis: 40 Euro!) mitzunehmen. Auf dem Weg nach Hause stoppten wir noch kurz bei Lidl. Schwiegermutter hatte uns erzählt, dass der Discounter Gartenartikel im Angebot habe. Also kauften wir auch hier einen Spaten – für den Fall, dass wir mal stereo budeeln wollten.
Zuhause angekommen durfte der Lidl-Spaten Marke “florabest” gleich zeigen, was er kann. Und das war leider gar nichts. Gleich beim ersten Anheben brach der Eschenholz-Stiel (der, laut Beschreibung auf der Verpackung, ja sooo stabil sein soll). Okay, dachte ich mir, das war eben Billigware vom Discounter, da muss man mit sowas vielleicht sogar rechnen.
Also war jetzt der teure 40-Euro-Spaten von Max Bahr an der Reihe. Ebenfalls mit Eschenholz-Stiel versehen, aber bei dem Preis mussten wir doch Qualität gekauft haben. Oder? Eher nicht. Denn auch dieser Stiel brach beim allerersten Einsatz ab. Gefährlich: Ein Holzsplitter flog mir dabei ins Gesicht und verletzte mich an der Stirn, nur wenige Zentimeter oberhalb des Auges.

Beim vier Mal so teueren Modell von Max Bahr zeigten sich die gleichen Materialschwächen wie beim Lidl-Billigheimer
Die grobe Gartenarbeit war damit beendet, wir gingen sofort zum Grillen über. Heute werden beide Spaten umgetauscht. Was wir jetzt kaufen? Keine ahnung. Gibt es Spaten mit Edelstahl-Stiel?




