Apfelbäumchen und falsche Irrtümer

Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht; ich würde heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.
(Soll von Martin Luther stammen, seines Zeichens wohl begeisterter Nagler und Pflanzer)

Noch so ein falscher Irrtum: Der Reformator und Mönch Martin Luther, der trotz Beschädigung der Tür der Wittenberger Kirche nie Schadensersatz blechen musste (probiert das mal heute an der Großen Kirche in Bremerhaven!), hat gar nicht gepflanzt. Oder vielleicht doch. Auf jeden Fall aber (das hat eine bundesweite Befragung mir persönlich bekannter Geschichts- und Theologiestudenten ergeben) hat Luther diesen Satz nie gesagt. Zusätzlich habe ich das auch mal irgendwo gelesen. So, Diskussion beendet. Basta!

Martin Luther (Foto: Lucas Cranach sen.)

Martin Luther (Foto: Lucas Cranach sen.)

Trotzdem: Obwohl der sechsfache Vater Luther zeitlebens wohl mehr genagelt als gepflanzt hat, war dieser Spruch das erste, was mir in den Sinn kam, als wir jetzt unser erstes eigenes Apfelbäumchen im Garten aussetzten. Mein nächster Gedanke war, “dann kann der Weltuntergang jetzt ja kommen.” Aber ich meine das nicht so. Zumindest nicht aktiv. Ich würde die Apokalypse nie selbst einleiten wollen. Was nicht bedeutet, dass die Reiter nicht bei mir pennen dürften. Denn Gastfreundschaft ist eine Tugend, wie Luther sicherlich auch wusste.

An unseren Apfelbaum dürften sie ihre Pferde allerdings nicht binden. Denn der würde, klein wie er noch ist, sicherlich keine geeignete Anbindestation für die apokalyptischen Pferde darstellen. Und wer will schon Schuld daran sein, dass der Weltuntergang ausbleibt, nur weil die Pferde abgehauen sind? Eben!

Trotzdem, jetzt bin ich doch etwas unruhig geworden. Ich schau mal, ob ich irgendwo preiswertes Heu finde…

Unser Apfelbäumchen - klein, wächst aber noch. Vergleichbar mit der Wirtschaftslage!

Unser Apfelbäumchen - klein, wächst aber noch. Vergleichbar mit der Wirtschaftslage!

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One Response to Apfelbäumchen und falsche Irrtümer

  1. Auch sein Vater “fuhr noch jeden zweiten Tag bei seiner Frau ein”, wie er sich ausdrückte. “Was rülpset und pfurzet Ihr nicht, hat es Euch nicht geschmecket?”… Fressen, ficken, Fernsehengabsnochnicht.

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