Schon wieder: Polizei richtet Hund hin

Es ist noch nicht allzu lange her, dass ich an dieser Stelle eine Pressemitteilung der Tierschutzorganisation TASSO e.V. veröffentlicht hatte. Damals schaffte es die Besatzung eines Streifenwagens über einen kurzen Zeitraum nicht, einen entlaufenen Australian Shepherd, der auf die Autobahn geraten war, einzufangen. Anstatt sich besser qualifizierte Unterstützung zu holen, fuhren die Polizisten den Hund kurzerhand tot.

Konsequenzen hatte diese unmenschliche Aktion keine. Zumindest nicht für die Polizisten, die hier ein Lebewesen bewusst umgebracht haben. Allerdings machte dieses Beispiel Schule. Denn schon wieder hat ein Streifenwagen einen Hund hingerichtet, der auf die Autobahn geraten war. Und wieder hat man keine Hilfe beim Tierschutz gesucht, oder bei einem Tierarzt. Kein Lerneffekt also bei der Polizei, stattdessen Nachahmungsverhalten. Wenn es einmal gebilligt wurde, wird es auch ein zweites Mal funktionieren.

Was das bedeutet, kann sich jeder Tierfreund selbst ausmalen: Künftig wird die Polizei nicht mehr erst versuchen, das Leben eines Tieres zu retten. Ab jetzt wird getötet. Angesichts der Nibelungentreue, mit der zB das Landespolizeiamt Kiel zu seinen Bediensteten steht, ist ein Einlenken nicht zu erwarten. Da bleibt nur das Hoffen auf das große Abrechnen im Himmel. Leider glaube ich nicht an Götter, die Täter werden also straffrei ausgehen.

Ob sie das eigene Gewissen quält? Ich glaube nicht. Denn es war ja nur ein Tier. Unerträglich!

Genau so unerträglich war auch die Stellungnahme des ADAC – Schleswig-Holsteins Landesvorsitzender Max Stich machte unmissverständlich klar, dass er die Hinrichtung für richtig erachte. Schließlich sei ein Menschenleben mehr wert als ein Tierleben. Es ist müßig, darüber zu diskutieren, warum das als eine derart unumstößliche Tatsache betrachtet wird (vielleicht widme ich dem Thema mal eine eigene Diskussion). Aber wäre ich ein ADAC-Mitglied, angesichts einer solchen Äußerung würde ich jetzt austreten. Denn je wehrloser eine Kreatur, desto mehr Schutz durch den Menschen hat sie verdient. Aber das sieht Herr Stich sicherlich anders.

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One Response to Schon wieder: Polizei richtet Hund hin

  1. Marlene says:

    In einem Staat, der selbst die Wertigkeit menschlicher Opfer nach ihrer Nationalität und Herkunft unterschiedlich einordnet, ist es kein Wunder, daß Tiere wie Dreck behandelt werden.

    Beschämend sind auch die Entartungen, die in der Massentierhaltung deutlich werden, damit auch der letzte Geiz-ist-Geil-Freak sein Billigfleisch auf den Tisch bekommt oder aber das Schächterlaubnis, damit jede Minderheit ihrer (“Religions”-)Freiheit auf Tiernachquälerei nachgehen kann.

    Seit der Etablierung des wertelosen angelsächsischen Kapitalismus auf deutschem Boden ist unserem Volk leider jegliche Ehrfurcht vor der Schöpfung verlorengegangen. Bis zu dessen Untergang wird sich dies auch nicht ändern.

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