<ironie>Das dürfte einmalig sein in der Geschichte des deutschen Fußballs: Damit der von der Deutschen Bahn gesponserte Verein Hertha BSC Berlin nicht absteigt, mussten die verletzungsanfälligen Profis von Hannover 96 die lange Fahrt zum Auswärtsspiel beim FC Bayern München stehend zubringen! Der rote Manager Jörg Schmadtke dazu auf Sportal.de: “Nur weil Hertha-Partner Deutsche Bahn uns keinen Extra-Wagen zur Verfügung stellen wollte, werden wir am Sonnabend beim FC Bayern verlieren! Sonst hätten wir die nämlich geputzt – notfalls in Badelatschen!”
Die Aufregung des ehemaligen Torhüters ist nachvollziehbar. Wo gibt es denn sonst auch sowas? Da bleiben stinknormale Reisende, die nicht mal Fußballprofis sind, auf ihren reservierten Plätzen sitzen, anstatt sie den Roten zur Verfügung zu stellen! Das hat die Bahn wirklich clever eingefädelt. Erst lässt sie einen Vulkan in Island ausbrechen, dann sperrt sie die Flughäfen, und letztendlich engagiert sie noch schnell ein paar hundert Komparsen, damit bloß kein Platz für Hannover 96 im Zug ist! </ironie>
Sorry, aber derart viel Schmerzfreiheit, wie sie Herr Schmadtke hier beweist, kennt man sonst nur von Herrn Doublebush. Anstatt mit dem Mannschaftsbus zu fahren, geht die Truppe mit der Bahn auf Reisen. Dass an einem Wochenende wie diesem, an dem Tausende von Flugzeugen nicht starten dürfen, in den Zügen mal etwas mehr los sein könnte – und vor allem, dass es Menschen geben soll, die das Geld für eine Reservierung ausgeben – damit hat man im Hause Rot wohl nicht gerechnet.
Es ist schon reichlich unprofessionell, eine solche Fahrt unter den offensichtlichen Umständen mit dem Zug machen zu wollen. Seine eigene Unprofessionalität auch noch laut heraus zu schreien – das ist dämlich.



