Eine unwürdige Farce hat jetzt vor dem DFB-Sportgericht ihr vorläufiges Ende gefunden: Der Einspruch Carl Zeiss Jenas gegen die Wertung einer verlorenen Partie aufgrund einer scheinbar fehlerhaft zugeordnete gelbe Karte anfangs der Drittligasaison wurde heute abgewiesen. Leider haben die Thüringer noch die Möglichkeit, vor dem DFB-Bundesgericht in Revision zu gehen. Es gilt als sicher, dass der Verein diese “Chance” nutzen wird – und sich damit weiter blamiert.
Was war passiert? Am 3. Oktober trennten sich Eintracht Braunschweig und der 1.FC Heidenheim (ja, solche Teams spielen jetzt in der Dritten Liga) schiedlich-friedlich mit 1:1. Dabei bekam anscheinend ein Spieler der Gäste, Martin Klarer, eine gelbe Karte, die dann im Spielbericht einem anderen Spieler seines Teams, nämlich Christian Essig zugeordnet wurde. Diesen Fehler bemerkte lange Zeit niemand – bis sich der FC Carl Zeiss Jena letztens gegen eben diese Heidenheimer zuhause eine 1:2-Niederlage einfing und damit aus dem Aufstiegskampf flog.
Plötzlich begannen in Thüringen die Drähte zu glühen. Irgend jemand, hatte heraus gefunden, dass es zwischen der Statistik des kickers und der DFB-Datenbank eine Diskrepanz gab und ein eigentlich gesperrter Spieler – Martin Klarer – deshalb in Jena für Heidenheim aufgelaufen sei. Da eben dieser Spieler anscheinend alleinverantwortlich für Jenas Niederlage zeichnete, legte der ehemalige DDR-Oberligist flugs Protest gegen die Wertung ein, und scheiterte! Die Begründung gibt es hier zu lesen: DFB-Sportgericht weist Einspruch Jenas ab.
Der DFB argumentiert hier durchaus treffend, warum der Einspruch keinen Erfolg haben konnte. Besonders treffend ist hierbei folgende Passage:
„Zur Wahrung der Wettbewerbssicherheit gibt es genaue Vorschriften, denen alle Vereine unterliegen. Heidenheim hätte bis 48 Stunden nach dem Spiel eine mögliche Verwechslung anfechten können und hat dies nicht getan. Ein Verschulden seitens des 1. FC Heidenheim ist darüber hinaus nicht erkennbar. Ein zunächst unbeteiligter Verein wie Jena kann aber nicht ein halbes Jahr später durch die Hintertür eine Gelbe Karte anfechten.“
Man darf gespannt sein, ob Carl Zeiss Jena diese Begründung akzeptiert oder es sich weiter mit dem Rest Fußballdeutschlands verderben will. Denn dass eine Revision angesichts der Faktenlage Erfolg haben könnte, daran kann nur ein Träumer glauben. Man muss auch mal verlieren können. Auch wenn es noch so ärgerlich ist.




