Bundespräsicasting: Ein Gauck für alle Fälle
Bundespräsi und kein Ende. Als hätten wir keine Probleme auf diesem Planeten und sogar in unserem Land, die wichtiger wären als ein fast ausschließlich repräsentatives Amt mit prima Altersvorsorge. Und eigentlich sind sich alle einig: jetzt soll es der Jojo Gauck machen, dieser sympathische Grollopa mit dem Knautschgesicht.
In dieser Personalie haben die Parteien im Grunde einen Konsens erzielt. Die Grünen wollen Gauck, weil sie Mutti Merkel ärgern wollen, denn Gauck ist der Kandidat der SPD. Die wiederum hatte Gauck 2010 als Kandidaten aufgestellt, obwohl klar war, dass die Mehrheit der Bundesversammlung für Wulff stimmen würde. Man hatte also nie damit gerechnet, dass der ehemalige Chef der gleichnamigen Behörde jemals wirklich Bundespräsident werden könnte – es ging lediglich darum, Wulff den Start möglichst schwer zu machen. Legitim, Mission gelungen. Als Wulff jetzt zurück trat, befanden sich die Gabrielisten in der Bredouille: den eigenen Kandidaten von 2010, der jetzt plötzlich für viele wie eine Offenbarung erschien, konnte man nicht ohne einen riesigen Gesichtsverlust ablehnen. Also musste er wieder unterstützt werden…
…eine Steilvorlage für die Mutter der Nation, Angela Merkel. Die darf sich freuen über einen Bundespräsidenten, der der Union inhaltlich um Meilen näher steht als der Sozialdemokratie oder sogar den Grünen. Also wurde, nach ein wenig Theaterdonner, flugs zugestimmt, den Joachim zu nominieren. Bitte rufen Sie nicht mehr an, habermas papam. Der große Gewinner der Bundescastingshow: die FDP. Denn Gauck hat sich bisher gern in Tenören geäußert, die den Liberalen gut gefallen dürften. Kein Wunder, dass es an der sozialdemokratischen und grün-alternativen Basis etwas rumort. Aber passiert ist passiert, da kannst Du nix mehr dran tun.
Richtig laut wird nur die Linke. Naturgemäß, möchte man meinen, schließlich ist es die Aufgabe der Gauck-Behörde, die vielfältigen Verbrechen der SED-Diktatur in der DDR aufzudecken. Wenn man so will, ist der Gauck also der natürlich Fressfeind der Linken, der schon so manchem Genossen den Wandel vom Saulus zum Paulus verdorben hat. Klar, so einen will man nicht als Bundespräsident. Denn das Signal, das davon ausginge, wäre für die Linke fatal. Eventuell würden die Stasiverbrechen zukünftig ja sogar Berücksichtigung in der Öffentlichkeit finden, anstatt – wie bisher – als bloße Statistiken maximal in der Fachliteratur erwähnt zu werden. Für die Linke ist es also überlebenswichtig, Gauck von Beginn an zu demontieren. Nicht, dass hinterher jemand in Thüringen oder MeckPomm bemerkt, dass er jahrelang Erichs Enkel gewählt hat.
Die Linke will also einen eigenen Kandidaten ins Spiel bringen. Und wen? Peter Sodann, einen mäßig bekannten Volksschauspieler, hatte man bereits 2009 bei der regulären Wahl des Bundespräsidenten verheizt. Nächster auf der Liste derjenigen, die sich für die Partei ihren Namen ruinieren lassen sollen, ist der Kabarettist Georg Schramm. Zumindest geistert dieser Name seit heute durch die Medien. Ob Schramm bereits gefragt wurde? Wohl nicht. Sonst wäre es ja kein Gerücht.
Bliebe noch Plan M. Weiteren Gerüchten zufolge will man stattdessen Margot Honecker ins Rennen schicken. Das Problem dabei ist, dass die Lufthansa die Bonusmeilen von Interflug nicht anerkennen will und Margot die verdammten Goldbarren aus dem Volksvermögen nicht in Bargeld umgetauscht bekommt. Tendenz: wird nix. Ich weiß gerade auch nicht, ob Frau Honecker hierzulande nicht sogar noch gesucht wird. Immerhin war ihr Handeln zur DDR-Zeit höchst kriminell. Aber das ist bei Diktators ja so usus.
Drücken wir Joachim Gauck also die Daumen. Er soll Bundespräsident eines Volkes werden, das Neiddebatten liebt, sich mit Vorliebe in Thematiken verbeißt und die SED-Nachfolgepartei für eine demokratische Angelegenheit hält. Ich würde den Job nicht machen wollen. Nicht für diese Leute.





Was soll mir der Artikel sagen? Oder sollte es witzig sein? Mmmmh…neee ist nicht witzig…
Aber okay, Sie schwimmen mit der BILD Strömung, also liegen Sie richtig…
Naja, Link samt Trackback habe ich gesetzt, nachdem ich Deinen Artikel gelesen hatte. Da war meiner schon fertig.
Dann bist Du sogar noch schneller als ich dachte…
Das war sozusagen eine Art VORSCHRIFT.
Boah, wat biste schnell…