GETTINGS – sinnlos, nervig, nicht zu löschen

On Mai 29, 2012

Was habe ich früher eigentlich ohne Smartphone getan? Habe ich meine Emails wirklich am Rechner gelesen und beantwortet? Musste ich damals etwa umständlich Webseiten anwählen, um die Wettervorhersage zu erfahren? Und – ganz wichtig – wieviel Zeit habe ich verschleudert, indem ich auf unübersichtlichen Videotextseiten nach den neuesten Meldungen suchte?

Das alles wirkt ewig lange her. Heute habe ich alle Infos sofort griffbereit. Es sind schon kleine Wunderdinger, diese Smartphones. Ärgerlich wird es aber, wenn Netzbetreiber ihren Kunden etwas aufdiktieren wollen. Zwangs-Apps, die man nicht braucht, die aber nicht zu deinstallieren sind, sind da ein tolles Beispiel.  Mein Netzbetreiber E-Plus hat da was ganz Feines im Angebot – GETTINGS, eine Verkaufsapp, die mir sagen soll, was es in meiner Gegend Neues und Preiswertes gibt.

Dagegen spricht im Grunde nichts. Schließlich will jeder Geld sparen oder auch zuerst wissen, wo es etwas Besonderes zuerst gibt. Das Blöde bei GETTINGS: die App ist für meine Region wertlos. Die Firma scheint sich nicht sonderlich um Ostfriesland zu kümmern, sondern beackert lieber die Metropolen. Das ist ihr Recht – dann sollte es aber auch mein Recht sein, eine für mich sinnlose App löschen zu können.

Kann ich aber nicht. E-Plus hat GETTINGS fest in mein Samsung Galaxy SII gebrannt. Und das ist doppelt ärgerlich, denn nicht nur kann ich mit der App nichts anfangen – ich bin auch kein Base-Kunde, bei dem es angesichts des Tarifs Erklärungsansätze für dieses Aufzwingen geben könnte. Ich habe seit weit über zehn Jahren einen Vertrag mit E-Plus. Man sollte meinen, dass die Firma langjährige Stammkunden zu schätzen weiß und auf so etwas entsprechend verzichten würde. Es scheint aber billiger zu sein, auch Vertragskunden die manipulierten Base-Geräte zuzuschicken. Das bisschen Unmut fällt schon nicht ins Gewicht.

Noch im alten Jahr hatte ich GETTINGS über die Kommentarfunktion der App angeschrieben und meinen Unmut geäußert. Damals hieß es, zum Jahreswechsel werde eine Deinstallierfunktion in die App integriert. Darauf warte ich bis heute. Neue Anfragen beantwortet GETTINGS übrigens nicht – weder per Mail noch auf ihrer Facebookseite.

Und E-Plus? Auch die hatte ich über ihre Facebookseite angeschrieben. Halt, nein. E-Plus HAT ja gar keine Facebookseite. Man muss beim grünen Netzbetreiber den Umweg gehen über Base. Die Antwort damals lautete:

Uns ist allerdings, auch aufgrund Eurer Hinweise und Beschwerden, dieser Umstand bewusst und somit haben wir uns dessen angenommen. Nun soll es laut Herstellerangaben mit dem Update auf Android 4.0 Ice Cream Sandwich Abhilfe geben. Ab dieser Version kann bei vorinstallierten Apps ein Flag gesetzt werden, welches die entsprechende Applikation kennzeichnet und somit eine Deinstallation nach Wunsch des Users ermöglich wird.

Eigentlich eine gute Antwort- wenn es denn funktionieren würde. Bis heute habe ich die Möglichkeit, Flags zu setzen, nämlich noch nicht gefunden. Allerdings habe ich das Update auf Android 4.0 Ice Cream Sandwich auch erst vergangene Woche durchgeführt. Warum? Weil Samsung mit dem Galaxy SII zwar ein kleines Wunderding geschaffen hat, einige kleinere Macken aber hat das Smartphone nach wie vor. So funktionieren Updates grundsätzlich nur über eine Kabelverbindung, also über Kies. On the Fly ist nichts möglich – das Update wird zwar gesaugt, aber kann nicht installiert werden. Übrigens hat auch Samsung seine Zwangs-Apps, die einfach nur sinnlos sind. Aber die Japaner darum zu bitten, dieses ganze AP-Mobile- oder Yahoo-Zeugs runterzuwerfen, dürfte noch sinnloser sein als GETTINGS zu schreiben. Andererseits: wenn die Aussage von E-Plus – sorry: Base – stimmt, sollte man auch diese Zwangs-Apps mit dem Setzen von Flags loswerden können.

So, ich setze mich jetzt an die Suchmaschine und suche. Was? Eine Erklärung, wie man beim Samsung Galaxy SII – oder generell bei Android-Smartphones – Flags setzt. Da wird doch wohl was zu finden sein. Oder?

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