Thilo Sarrazin polarisiert gern. Der ehemalige Berliner Finanzsenator hält nichts davon, sich dem Druck der in Deutschland als heimliche vierte Gewalt herrschenden Political Correctness zu beugen. Er sagt, was er meint. Und das ist selten dazu geeignet, den Sozialromantikern und “linken Spießern” (ich danke Slime für diese himmlische Wortschöpfung) ihr so mühsam erhäkeltes Wertesystem des Augenverschließens zu stärken. Im Gegenteil: Dieser Mann eckt an. Bisher aber blieb es doch oft bei den üblichen, überschaubaren Entrüstungsstürmen der Gutmenschen, die sich Friede, Freude und sogar Eierkuchen (feed the World!) doch so sehr wünschen, dabei aber viel zu oft die Augen vor der blanken Realität außerhalb ihrer Reihenhaus-Romantik verschließen.